a-bomb museum

museen haben oftmals denselben effekt bei mir wie theaterbesuche. sie sind während der vorstellung schön anzuschauen, aber nachhaltigkeit ist nicht vorhanden. hier ein tolles exponat, da ein schickes bild. vielleicht bin ich zu abgestumpft oder mich interessieren dinge nicht genug, aber meistens bleibt kaum was hängen.

beim heutigen besuch im atombombenmuseum in hiroshima allerdings glaube ich, dass dies anders sein wird. schon beim einfahren in die stadt (mit dem bus kommt man von einem hügel in die stadt gerollt und hat somit eine kurze panorama-sicht), habe ich öfters in den himmel geschaut und mir versucht vorzustellen, wie es gewesen sein muss, als urplötzlich ein helles licht die stadt und das leben darin nachhaltig verändert hat.

vor jahren habe ich einmal etwas vom manga “barfuss durch hiroshima” aufgeschnappt, dann ein wenig später gehört, dass es im theater düsseldorf inszeniert wurde (das dürfte so 5,6 jahre her sein) und wieder ein wenig später wurde das buch in einem seminar an der fh angerissen. vor einem guten jahr habe ich mir den manga schlussendlich gekauft (auf deutsch im Carlsen-Verlag als 4bändige reihe erschienen) und gelesen.

ich kann mch nicht dran erinnern, wann oder ob zeichnungen jemals vorher mich so intensiv berührt haben. die geschichte ist schnell erklärt: ein kleiner junge überlebt den atombombenabwurf und muss fortan um sein und das leben seiner geschwister kämpfen. die geschichte geht einem sehr nahe und man merkt, dass der autor (wie im vorwort angemerkt) ein augenzeuge war. bei mir ging es soweit, dass ich einmal nachts davon geträumt habe, wie mein bruder (er war so ca. 3 oder 4 jahre alt) in meinen armen durch den lichtstrahl der bombe eine hässliche brandnarbe im gesicht erlitt. und sonst kann ich mir wirklich am laufenden band jeden horrormurks anschauen, das macht gar nix..

all die in “barfuss durch hiroshima” geschilderten schrecklichen dinge wie z.B. haut, die sich von knochen löst, umrisse auf steinen, die von verbrannten menschen stammen, glassplitter die durch die luft flogen findet man ebenfalls im hiesigen museum wieder.

das buch geht allerdings noch etwas weiter und vermittelt einen sehr guten eindruck, wie sich die gesellschaft im zuge der katastrophe verändert. habgier, futterneid, diebstahl, armut, schwarzhandel sind neben den ganzen krankheiten und seelischen mißbildungen, die folgeschäden, die die bevölkerung ausbaden musste.

in hiroshima sind laut dem museum im zeitraum vom abwurf der bombe im august bis november 140.000 menschen gestorben. man möchte sich wirklich nicht vorstellen, was passiert, wenn ein staat wie russland eine AN602-Bombe , die ca. die 4000fache sprengkraft der hiroshima-bombe  besitzt, mal auf ein Land fallen lässt…

also dann nochmal die zusammenfassung: wer sich ohne japanbesuch einen wirklich guten eindruck vom ausmass der katastrophe machen möchtem der kaufe sich die bücher!

huuu ein wenig wirr, aber zu spät und keine lust, um das noch sinniger zu gestalten.

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3 thoughts on “a-bomb museum

  1. 6ifacial says:

    also tsar bombe mit 50megatonnen auf berlin – guter treffer – 3,379 mio tote und ca. 800.000 verletzte …. ooooops

    http://nuclearsecrecy.com/nukemap/

    • allu says:

      krasses gerät die nukemap. wenn man da nochma schaut, is die hiroshima bombe ja echt n witz..würd man die hiroshmabombe auf do schmeissen würdest du auf jeden fall noch n ordentlichen rumms abkriegen.
      tsar bombe WTF!!!!!11

  2. Kleiner Meisenmann says:

    Ja, ich erinnere mich, dass du mir mal davon erzählt hast. Krass wirklich, wenn man sich die Zeit zum Vorstellen nimmt.

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